80 Prozent der Tumore im Screening sind kleiner als 2 Zentimeter

Durch Mammographie-Screening findet man Karzinome in einem früheren Stadium, bevor sie Symptome bereiten. Die Brustkrebs-Diagnose wird zeitlich vorverlegt. Dadurch sind 35% der invasiven Karzinome bei der Diagnose maximal 10 Millimeter groß. Bis maximal 20 Millimeter sind es sogar 80%. Vor Einführung des Screenings waren das lediglich 49 %.

Genauso wichtig ist der Lymphknotenstatus. Die aktuelle Auswertung des deutschen Mammographie-Screening-Programms zeigt: 78 % der invasiven Karzinome haben die Lymphknoten nicht befallen. Vor Einführung des Screening-Programms waren es nur 57%.

Kleine Karzinome ohne Lymphknotenbefall sind in der Regel prognostisch deutlich günstiger als große bösartige Tumoren mit Lymphknotenbefall. Früher erkannt können Therapien in vielen Fällen deutlich weniger belastend für die Frau durchgeführt werden. Wenn wir über Nutzen und Schaden eines Screening-Programms diskutieren, beispielweise unter dem Aspekt von Überdiagnosen, dann dürfen wir den Gewinn von Lebensqualität durch frühzeitige Diagnose nicht vergessen. Angemessene Früherkennung soll beides leisten: Senkung der Brustkrebssterblichkeit in Bezug auf die Bevölkerung und mehr Lebensqualität für jede einzelne Frau.

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Vom Sozialgesetzbuch zur Leistungserbringung, wie ist das Deutsche Mammographie-Screening-Programm rechtlich verankert?

Bereits 2002 beschließt der Deutsche Bundestag die Einführung eines flächendeckenden Mammographie-Screening-Programms gemäß der EU-Guidelines (European guidelines for quality assurance in breast cancer screening and diagnosis). Damit greift der Bundestag der Empfehlung des Europäischen Rates zur Krebsfrüherkennung (2003) vor.

 

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rechtliche Grundlagen MSP
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Mammographie-Screening entdeckt Brustkrebs vermehrt im Frühstadium

Ziel eines Krebsfrüherkennungsprogramms ist es, Tumore in möglichst frühen Stadien zu erfassen, bevor sie symptomatisch auffällig werden. Das Mammographie-Screening-Programm erreicht dieses Ziel. Der aktuelle Jahresbericht Evaluation 2014 zeigt, dass im Screening detektierte Karzinome kleiner und die Lymphknoten seltener befallen sind, als dies noch vor Einführung des Programms der Fall war.

Von knapp 2,9 Millionen untersuchten Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren nehmen fast 80 % wiederholt die Mammographie-Untersuchung in Anspruch. Da diese Folgeuntersuchungen den Großteil aller durchgeführten Untersuchungen ausmachen, bestimmen sie auch maßgeblich die Brustkrebsentdeckungsrate sowie die Tumorstadienverteilung.

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