Bildwiederholungsrate – besser als der EU-Referenzwert

Im Programm zur Früherkennung von Brustkrebs durch Mammographie-Screening bestehen besonders hohe Anforderungen in Bezug auf Strahlenschutz und Qualität der erstellten Mammographie-Aufnahmen.

Die strengen Vorgaben hinsichtlich der Bildqualität sollen die Erkennbarkeit verdächtiger Befunde sicherstellen. Grundsätzlich sind Aufnahmen mit Einschränkungen in der diagnostischen Aussagekraft inakzeptabel und müssen erneut erstellt werden. Aber jede zusätzlich angefertigte Röntgenaufnahme führt auch zu einer zusätzlichen Strahlenexposition der Patientin. Die anspruchsvolle Aufgabe der verantwortlichen Radiologischen Fachkraft besteht darin, möglichst optimale Mammographien zu erstellen und im gegebenen Fall die Notwendigkeit einer Wiederholungsaufnahme unmittelbar zu erkennen.

Für das Mammographie-Screening-Programm bestehen klare Vorgaben zur Häufigkeit von Wiederholungsaufnahmen, um die mehrheitlich nicht an Brustkrebs erkrankten Frauen keiner unnötigen Strahlenbelastung auszusetzen.

Die aktuelle Auswertung der bundesweiten Daten von 2013 zeigt, dass die Vorgaben der Europäischen Leitlinien zu Wiederholungsaufnahmen ausnahmslos von allen Screening-Einheiten eingehalten werden. Die Obergrenze für Wiederholungsaufnahmen liegt bei 3 %, d.h. bei maximal 29 von 1.000 Teilnehmerinnen dürfen Wiederholungsaufnahmen durchgeführt werden. Im Bundesdurchschnitt liegen wir bei sogar nur  8 Wiederholungsaufnahmen auf 1.000 untersuchte Frauen, das entspricht sogar nur 0,8 %.

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Kann die Qualität der erstellten Screening-Mammographieaufnahmen allein durch die Anzahl der Wiederholungsaufnahmen beurteilt werden? Nein, denn hierzu bedarf es weiterer Qualitätsparameter wie insbesondere der Einstelltechnik und gerätetechnischer Parameter sowie auch der Karzinomentdeckungsrate. Die genannten Parameter werden ebenfalls ständig evaluiert und mit der Anzahl von Wiederholungsaufnahmen ins Verhältnis gesetzt.

Regelmäßige Überprüfungen der diagnostischen Bildqualität von erstellten Screening-Mammographien anhand von Zufallsstichproben belegen die qualitativ hochwertige Einstelltechnik.

Neben der Bestimmung der bundesweiten Durchschnittswerte ist es auch jederzeit möglich, eine individuelle Screening-Einheit anhand der einzelnen Parameter auszuwerten, um eventuellen Optimierungsbedarf feststellen und unterstützen zu können.

Mammographie-Screening entdeckt Brustkrebs vermehrt im Frühstadium

Ziel eines Krebsfrüherkennungsprogramms ist es, Tumore in möglichst frühen Stadien zu erfassen, bevor sie symptomatisch auffällig werden. Das Mammographie-Screening-Programm erreicht dieses Ziel. Der aktuelle Jahresbericht Evaluation 2014 zeigt, dass im Screening detektierte Karzinome kleiner und die Lymphknoten seltener befallen sind, als dies noch vor Einführung des Programms der Fall war.

Von knapp 2,9 Millionen untersuchten Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren nehmen fast 80 % wiederholt die Mammographie-Untersuchung in Anspruch. Da diese Folgeuntersuchungen den Großteil aller durchgeführten Untersuchungen ausmachen, bestimmen sie auch maßgeblich die Brustkrebsentdeckungsrate sowie die Tumorstadienverteilung.

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Vom Insistieren zum Informieren

Die Haltung zur Krebsprävention hat sich in der Öffentlichkeit – und unter Ärzten – rapide gewandelt. Aus einhelliger Zustimmung wurde kritische Distanz. Ein Bericht über Fortschritte, Merkwürdigkeiten und verpasste Chancen

Jeder Mensch muss selbst abwägen, ob er sich untersuchen lassen möchte oder nicht“, heißt im Vorwort des 2003 erschienenen Buch „Mythos Krebsvorsorge“ (1). Diese Aussage war vor gerade einmal 13 Jahren noch erheblich erklärungsbedürftig. Damals wurde die schlichte Formel „Vorsorgen ist besser als heilen!“ als allgemeingültig angesehen. Mögliche Schäden der Vorsorge wurden kaum diskutiert, da man dabei nur an die unmittelbaren Schäden der Untersuchungen dachte. Und was sollte an einem kleinen Piks zur Blutabnahme, einem Ultraschall oder einem Abtasten schon schädlich sein?

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Mammographie-Screening deckt aggressive Tumorvorstufen auf

Das flächendeckende Mammographie-Screening in Deutschland führt zur Entdeckung von etwa doppelt so vielen Tumorvorstufen – „ductalen Carcinomata in situ“ (DCIS) – wie vor dem Start des qualitätsgesicherten Früherkennungsprogramms. Der potenzielle Screeningvorteil, einen aggressiven Brustkrebs durch die Diagnose als Vorstufe und durch eine entsprechende Therapie zu verhindern, tritt häufiger unter älteren als unter jüngeren Teilnehmerinnen auf. Das berichten Wissenschaftler des Universitätsklinikums Münster in der Zeitschrift Radiology.

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Mammographie-Screening-Programm senkt fortgeschrittene Tumorstadien bei Brustkrebs

Das Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Münster veröffentlichte in Zusammenarbeit mit dem Epidemiologischen Krebsregister Nordrhein-Westfalen in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology aktuell die erste Studie aus dem Mammographie Screening-Programm in Deutschland, die einen wichtigen Effekt in der Zielgruppe des Screenings im Regierungsbezirk Münster zum Gegenstand hat. [1]

Die Studie untersuchte hierzu in den Jahren 2000 bis 2013 die Neuerkrankungsraten (Inzidenzen) für Brustkrebs; dabei wurden spezifisch die Erkrankungsraten für kleine, nicht streuende Tumoren (Frühstadium) von den Inzidenzen für größere und/oder regional gestreute Karzinome (Spätstadium) unterschieden. Eine Abnahme in der Inzidenz der Spätstadien gilt als ein bedeutsamer Vorläufer für eine Senkung der Brustkrebssterblichkeit durch Mammographie-Screening.

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